Unsere Beratungsarbeit 2020 in Zahlen

978 Beratungsfälle   1.607 Beratungsgespräche   559 Informationskontakte

In 2020 fanden insgesamt 978 Erstberatungen statt, von denen auf die allgemeine soziale Beratung nach § 2 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) 687 Fälle entfielen und auf Konfliktberatungen nach § 5/6 SchKG 291 Fälle. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 1.607 Beratungsgespräche geführt. Hinzu kamen 559 Informationskontakte (Telefongespräche mit Behörden und anderen Beratungseinrichtungen).

 

1. Erstberatungen

   

2. Gesamtberatungen

 

Beratungen nach §2 SchKG

687

 

Beratungsgespräche nach §2 SchKG

1.289

Beratungen nach §§ 5/6 SchKG

291

 

Beratungsgespräche nach §§ 5/6 SchKG

318

Beratungsfälle insgesamt

978

 

Beratungsgespräche insgesamt

1.607

SchKG = Schwangerschaftskonfliktgesetz

Anlass der Erstberatungen nach § 2

 

Schwangerschaftsberatung

392

Familienplanungsberatung/Kinderwunsch/ Verhütungsberatung

109

Beratung vor, während u. nach pränataler Diagnostik

26

Nachgehende Beratung u. Begleitung nach Fehlgeburt und Totgeburt/ Abbruch/ plötzlichem Kindestod

15

Nachgehende Beratung und Begleitung nach Geburt

137

Sonstiges

8

Insgesamt

687

 

Sexualpädagogik / Prävention

Anzahl der sexualpädagogischen Gruppenveranstaltungen

 

In der JVA Köln

25

In Schulen und Vereinen

46

Insgesamt

71

Unsere sexualpädagogischen Honorarkräfte erreichten

in gesamt 71 Gruppenveranstaltungen 635 Personen.

 

 

Schwangerschaftskonfliktberatung

Frauen haben oft viele, in ihren Augen gute Gründe, über einen Schwangerschafts-abbruch nachzudenken. Noch mehr wie in den Jahren zuvor standen die finanziellen Sorgen im Vordergrund. An zweiter Stelle wurden für die Erwägung eines Schwangerschaftsabbruchs die Probleme der psychischen oder körperlichen Verfassung genannt. Aber auch die schwierige Wohnungssituation in Köln ist ein großes Problem für viele und steht an dritter Stelle der benannten Gründe für einen Konflikt. Fast in gleicher Anzahl empfanden Frauen ihre familiären und partnerschaftlichen Probleme als größten Konflikt ihrer ungeplanten Schwangerschaft wie die Situation als Alleinerziehende. Wenn der Kindesvater nicht zu der Schwangerschaft steht, löst die häufig unerwartet ablehnende Haltung des Partners bei vielen Frauen massive Zukunftsängste aus. Damit einher geht die Furcht vor Einsamkeit und Überforderung. Genauso häufig war die berufliche Situation der Frau ursächlich für ihre Sorge, durch die Schwangerschaft - aufgrund befristeter Arbeitsverträge oder der Angst vor Arbeitslosigkeit - in einen Konflikt zu geraten.

Konfliktgründe (nach Häufigkeit)

  • finanzielle / wirtschaftliche Situation

  • körperliche/ psychische Verfassung

  • Wohnungssituation

  • familiäre, partnerschaftliche Probleme

  • Situation als Alleinerziehende

  • Ausbildungs- / berufliche Situation

  • Kindesvater steht nicht zur Schwangerschaft/ zur Frau

Allgemeine Schwangerenberatung

Die Corona Krise hat auch Auswirkungen auf die allgemeine Schwangerenberatung und die Schwangerschaftskonfliktberatung gehabt. Zunächst trauten sich viele Frauen und Männer gar nicht in die Beratungsstelle aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus oder weil sie dachten, dass die Beratungsstelle geschlossen hätte. Dies war aber nur sehr kurzfristig der Fall, denn als System relevante Berufsgruppe mussten wir dieses Beratungsangebot weiter aufrechterhalten.

Die Bedürftigkeit vieler Menschen war hoch und vielfach durch die Pandemie noch verschärft worden. Gerade Menschen im niedrigen Lohnsektor gingen in die Kurzarbeit oder wurden sogar arbeitslos. Hier konnten wir schnellst möglich und sehr individuell Probleme abmildern.

Weitere Aufgaben unserer Beratungstätigkeit

Vergabe der Bundesstiftungsmittel

„Mutter und Kind - Schutz des ungeborenen Lebens“

Ein großer Teil unserer Beratungsarbeit wird durch die Vergabe von Bundesstiftungsmitteln beansprucht. Im Berichtsjahr konnten 262 Anträge bewilligt werden. Das sind 45 weniger als im Jahr zuvor.

 

Verhütungsmittelfonds

Die Vergabe der Mittel aus dem Verhütungsmittelfonds beansprucht weiterhin einen zunehmenden Teil unserer Beratungsarbeit. Nach wie vor haben wir die verantwortliche Projektleitung für die anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen in Köln.

Bereits während der Schwangerenberatung erfolgten 333 Beratungen zur Verhütung.

2020 wurden 89 Anträge auf Kostenübernahme für Verhütungsmittel gestellt.

Alle Kölner Arbeitslosengeld II - Bezieherinnen ab 22 Jahren sind berechtigt, einen Antrag auf Kostenübernahme von Verhütungsmitteln zu stellen. Leider werden durch diese Regelung alle anderen bedürftigen Personengruppen von dem Verhütungsmittelfonds ausgeschlossen.

 

Kinderwunschberatung und Pränataldiagnostik

Die Nachfrage zur Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch war nach wie vor sehr groß. Sie geht auch nicht selten mit dem Verlust eines Kindes in der frühen Schwangerschaft einher. Auch hier war es gut, dass wir neben der Telefon- und Videoberatung weiterhin in gewohnter Form auch Face-to-Face für die Menschen da waren.

Auch für die Beratungen vor, während und nach pränataler Diagnostik war es wichtig, dass wir persönliche Gespräche anbieten konnten. Den Frauen und Paaren, bei denen in der Schwangerschaft schon eine mehr oder weniger große Behinderung des Kindes festgestellt wurde, fällt es meist in ihrer schweren Entscheidungskrise leichter, in einem persönlichen Beratungsgespräch über diese belastenden Dinge zu sprechen.

Annett Braß

Über den Autor / die Autorin:
Annett Braß
Autor: Annett Braß
Verwaltung/Sekretariat (Leitung)
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