Kölische Rundschau: "Im Leben keinen Platz"

im leben

Asche von 1144 totgeborenen Kinder in Mühlheim beigesetzt

Die Urne ist wie in jedom Jahr rot.. "Die Farbe druckt Freude aus" sagt Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses. "Und Kinder bedeuten Freude." Gestern fand auf dem Katholischen Friedhof in der Sonderburger Straße in Mülheim zum fünften mal die Beietzung der Asche von 1144 totgeborencn Kindern statt. Die meisten waren an einem noch frühen Entwicklungsstadium durch Schwangerschaftsabbrüche zur Welt gekommen.. "Diese Kinder hatten im Leben keinen Platz" . so Bartschorer. "Nun geben wir ihnen einen Platz in unserer Gemeinschaft." In der Trauerhalle steht die Urne Zwischen brennenden Kerzen, eine Frau hat ein Blumengesteck dazu gelegt. " Im Haus des Herrn darf ich wohnen für langte Zeit",  spricht Pfarrvikar Hatto von Hatzfeld mit Mitgliedern der Gemeinde St. Clemens und Maurtius den Psalm 23 .

Zur , Trauerfeier sind viele gekommen im Gedenken an die toten Kinder und ihre Eltern - auch wenn diese anonym und nicht anwesend sind . Hannelore Bartscherer betont. man solle die Mütter und Väter, die nicht in der Lage ge·wesen seien. ihr Kind anzunehmen. nicht verurteilen. Man müsse ihre Entscheidung akzeptieren. und nicht werten. "Viele Eltern trauern nach einer Abtreibung", sagt auch Carola Blum, Vorsitzende der Beratungsstelle Donum Vitae in Köln, die g steinebenfalls zur Gedenkfeier gekommen Ist. Die vor einigen Jahren eingerichtete Grabstelle in Mülheim. an der dieses Jahr eine Urne beigesetzt wird. sei ein beonderer Ort, der zur Erinnerung aufgesucht werden könne. "Seine Engel tragen dich auf Hünden" steht dort auf dem weißen Grabstein. Die runden Steine daneben, die von einem Steinmetz ehrenamtlich bearbeitet werden, tragen jeweils die Jahreszahl. Bartscherer dankte auch den weiteren Beteiligten, dem Fiedholsgärtner und der Ftiedhofsverwaltung. die ebenfals auf eine Bezahlung verzichten . Für die Beisetzung von jährlich  rund 1000 Totgeborenen auf dem Friedhof in der Sonderburger Straße sorgen zu sammen mit dem Katholikenausschuss zwei Kölner Bestattungsunternehmer. Thomas Kremer und Chnstoph Kuckelkorn. Zwei Krematorien äschern die Föten. die von privaten Arztpraxen aus Köln und Umgebung stammen, unentgeltlich ein

BESTATTUNG TOTGEBORENER
Nach dem Bestattungsgesetz in NR W haben Eltern seit 2013 einen Anspruch auf Beisetzung ihres verstorbenen Kindes, auch wenn der Fötus weniger als 500 Gramm wiegt. Ob es sich um Fehl· oder Totgeburten aufgrund von Komplikationen oder um eine Abtreibung handelt, spielt hierbei keme Rolle. Eltern können die Beisetzung selbst organisieren oder sie aber dem Krankenhaus übertassen, das dann die Kosten trägt. Verschiedene Kölner Kliniken organsieren mehrmals im Jahr ein Sammelbegrebnis auf städtlschen Friedhöfen auf eigens angelegten Gräberfeldern. Dort finden oft auch die Bestattungen von so genanten Sternenkindern statt, die kurz vor während oder nach der Geburt sterben . Auch private Arztpraxen sind verpflichtet totgebohrene Kinder. die bei einer Abtreibung zur Welt gekommen sind, unter würdigen Bedingungen zu sammeln und zu bestatten. In Köln und Umgebung werden diese von zwei privaten Krematorien gesammelt und eingeäschert. Einmal im Jahr wird die Asche während einer vom Kalholrkenausschuss organisierten Trauerfeier beigesetzt. (wes)


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