Fr.BlumLiebe Mitglieder und Förderer von donum vitae köln!

ZUHÖREN: eine leichte Sache, oder? Oder vielleicht eher nicht?
Wie verhalten wir uns diesbezüglich in Alltagssituationen?
Seien wir ehrlich: Häufig überlagern wir mit unseren eigenen Gedanken das, was ein Gegenüber zu uns sagt. Wir hören ihm daher nur halbherzig zu, kreisen dabei um uns selbst, sehen hauptsächlich unsere eigene Position im Kontext der Situation des anderen, versehen das Gehörte vorschnell mit eigenen Bewertungen.

Zuhören im Beratungsgespräch ist keineswegs leicht, sondern es ist intensive Arbeit. Wenn eine Klientin im Schwangerschaftskonflikt zur Beratung kommt, schildert sie ihre Problemlage, und die Beraterin hört ihr zu in absoluter Zugewandtheit.
Das setzt nicht völliges Schweigen voraus, es handelt sich um „aktives Zuhören“, zu dem genaues Nachfragen dazugehört. Die Klientin kann sich dadurch immer mehr öffnen, und es entwickelt sich ein zunehmend genaueres Bild der oft sehr komplexen und komplizierten Lebenssituation, in der sie sich befindet.

Das Treffen fand statt am 29. August 2018. Anfang Mai hatten Marie-Theres Ley, Josef Winkelheide und ich als Vertreter von donum vitae Köln brieflich den Kölner Erzbischof um ein Gespräch gebeten. Ende Juni hatten wir diese Terminzusage erhalten. Im Erzbischöflichen Haus wurden wir von Kardinal Rainer Woelki empfangen, der noch Weihbischof Ansgar Puff dazu gebeten hatte.

Was war unser Beweggrund? Seit Jahresanfang 2018 hatte es für den Verein donum vitae ein Wechselbad der Gefühle gegeben aufgrund sehr unterschiedlicher Verlautbarungen aus Bischofskreisen, die über Presseberichte transportiert wurden. Erfreut durften wir lesen, dass Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, unsere Arbeit für den Lebensschutz anerkennend lobte und dankbar Gemeinsamkeiten zur kirchlichen Beratungspraxis betonte.

Nicht nur im Schwangerschaftskonflikt wird unsere Beratungsstelle aufgesucht.

Einen Überblick über das große Spektrum unserer Beratungs- und Hilfsangebote gibt Ihnen unsere Aufstellung zur Statistik.

Realisierbar ist diese wichtige Vielfalt nur dadurch, dass wir öffentliche Zuschüsse ergänzen können durch die großzügige Unterstützung von privater Seite.

Ganz herzlich danken wir:

- der Elisabeth-Schumann-Stiftung

- der Dr. Franz Stüsser-Stiftung

- Ernestine Carl-Schumann für große Spenden aus dem Erlös ihrer Handarbeiten

- dem Verein „Hilfe für Frauen“ unter Leitung von Gabriele Otten für Sachspenden

- allen, die uns durch ihre Mitgliedsbeiträge und Spenden unterstützt haben

- allen, die aus einem besonderen privaten Anlass zu Spenden aufgerufen haben

- unserem ehrenamtlichen Fachteam : Frau Hoffmann (Rechtsanwältin), Frau Dr.Scholz (Gynäkologin), Frau Schreiber (Psychotherapeutin)

- allen, die durch ihr ehrenamtliches Engagement auf verschiedenen Gebieten unsere Arbeit befördert haben

Carola Blum

 

Seit Jahren führt eine Vertreterin von donum vitae köln sexualpädagogische Arbeit mit Frauen in der Kölner Justizvollzugsanstalt durch. In einem Schreiben an den Justizminister des Landes NRW, Peter Biesenbach, wiesen wir auf die Wichtigkeit dieser Aufgabe hin und baten um eine gesicherte Finanzierung. Sie wurde uns für die nächsten fünf Jahre zugesagt.

Auch mit einem zweiten Anliegen hatten wir Erfolg. Wir machten auf die Notwendigkeit der Kostenübernahme von langfristig wirkenden Verhütungsmitteln an Frauen aufmerksam, die kurz vor der Entlassung stehen.

Der Justizminister betonte in seinem Antwortschreiben die Wichtigkeit unserer Arbeit und gab für beide Anliegen grünes Licht. Damit ist die Präventionsarbeit in der JVA Köln für die nächsten Jahre gesichert.

Marie-Theres Ley

Die Beraterinnen nahmen im Jahr 2018 an folgenden Fortbildungen und Fachtagungen teil:

„Zusatzfortbildung Schwangerschafskonfliktberatung – Sachthemenblock“

„Qualifizierung der Beraterinnen zur Umsetzung der vertraulichen Geburt“

„Weibliche Genitalverstümmelung (FGM): die Situation in Deutschland und Handlungsoptionen für Schwangerenberatungsstellen und Fachleute“

„Systemische Unterstützung von Trauernden“

„Liebe und tu, was du willst – Paarberatung in der Schwangerenberatung“

Netzwerk Frühe Hilfen Köln-Rodenkirchen

„ÜberForderung – Hintergründe – Auswirkungen – Hilfen“

10 Supervisionen, 4 Fachkonferenzen, diverse Arbeitskreise

999 Beratungsfälle  1.555 Beratungsgespräche  224 Informationskontakte

2018 konnten wir die Beratungszahlen aufgrund verbesserter Personalsituation deutlich steigern. Insgesamt fanden 999 Erstberatungen statt, davon fielen 706 Fälle auf die allgemeine soziale Beratung nach § 2 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) und 293 auf Konfliktberatungen nach § 5/6 SchKG. Es wurden im Berichtsjahr 1.555 Beratungsgespräche geführt. Hinzu kamen 224 Informationskontakte, das sind u.a. Telefongespräche mit Behörden und anderen Beratungseinrichtungen.

Alle KinderSKP 8018Liebe Mitglieder und Förderer!

Auch die schönsten Ereignisse im Leben einer Familie können - wenn sie sich gleichsam überschlagen - eine Überforderung bedeuten. So erging es Familie S.: Tochter Marie war acht Jahre alt, als nach einem längeren Kinderwunschprozess der Eltern die Zwillinge Fritz und Felix zur Welt kamen. Wenige Monate später wurde Frau S. unerwartet wieder schwanger, was nun eine enorme Herausforderung bedeutete. Sohn Julius wurde geboren, und es ist klar, dass Familie S. jetzt sehr viel Unterstützung benötigt. Wir halfen gerne, zum Beispiel durch die Mitfinanzierung eines Drillingskinderwagens aus unserem Notfonds sowie durch die Vermittlung einer ehrenamtlichen Familienpartnerin, um die Familie im Alltag zu entlasten.

Fr.Blum Foto Erich RadermacherLiebe Mitglieder und Förderer
von donum vitae Köln !

 Das Leben eines jeden von uns vollzieht sich in Etappen, großen und kleinen. Die jeweiligen Strukturen und Bedingungen sind sehr vielfältig und vielschichtig. Meistens werden sie durch andere Menschen, angefangen mit unseren Eltern, und durch bestimmte persönliche sowie äußere Umstände geprägt. In gewissem Umfang spielen aber auch unsere eigenen Entscheidungen, Anstrengungen, Wertvorstellungen und Einschätzungen eine Rolle.

 Immer wieder beginnen wir bei einem neuen Ausgangspunkt und streben ein altes oder neues Ziel an, wobei uns dieser Vorgang gar nicht immer bewusst sein muss.

Im Januar 2018 schrieb der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, einen Brief an Thomas Sternberg, den Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, den er zuvor der Ständigen Konferenz der Bischöfe vorgelegt hatte. Darin erwähnte er donum vitae, worüber Thomas Sternberg die Mitglieder des ZdK unterrichtete und die Entscheidung als „wichtige Klärung“ und „qualitativen Sprung“ bezeichnete. Auch die Presse berichtete darüber. Kardinal Marx distanzierte sich von der im Jahr 2006 seitens der Bischöfe extrem formulierten Ächtung des Vereins donum vitae. Stattdessen lobte er anerkennend die Erfolge unserer Arbeit für den Lebensschutz und zeigte sich dankbar für die Hilfe, die donum vitae ratsuchenden Frauen und Ehepaaren leistet.

Prof.HerkenrathEr starb am 22. November 2017

Wir trauern um Pfarrer Gerhard Herkenrath, der donum vitae Köln seit den Anfängen intensiv begleitet und unterstützt hat. Unsere Gedanken sind bei Pfarrer Herkenrath in dankbarer und liebevoller Erinnerung.

 In unseren Herzen bleibt er fest verankert. Wir sehen ihn, wie er die Hl. Messe feiert. Wir hören, wie er predigt: klug, nicht salbungsvoll, sondern in eher sachlichem Tonfall, nachdenklich, differenziert, ohne Phrasen, in hohem Maße eindrucksvoll für Herz und Verstand von uns allen, die wir ihm konzentriert lauschen.

E.PetersNeu im Team: Elena Peters

Mein Name ist Elena Peters, ich bin 26 Jahre alt und seit Ende November als Beraterin bei donum vitae Köln e.V. angestellt. Nach dem Abschluss meines Studiums im September 2016 machte ich noch eine Fortbildung zur systemischen Beraterin. Ich habe zunächst ein Jahr lang als Integrations- und Berufsberaterin in der Flüchtlingshilfe gearbeitet, bevor ich mich dann bei donum vitae beworben habe.

Erste Hilfe bei der Baby-AusstattungAuch im letzten Jahr konnten wir schwangere Frauen zur Taborstube vermitteln, die vom Verein „Hilfe für Frauen“ unter Leitung von Frau Gabriele Otten von einem ehrenamtlich tätigen Team betrieben wird. Hier können Mütter für wenig Geld (bei völliger Mittellosigkeit auch kostenlos) die Sachen besorgen, die sie nicht von ihrer Familie oder Freunden bekommen hatten oder die vom letzten Baby nicht mehr brauchbar waren.

860 Beratungsfälle -- 1.473 Beratungsgespräche -- 285 Informationskontakte

 Im Berichtsjahr fanden 860 Erstberatungen statt, von denen auf die allgemeine soziale Beratung nach § 2 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) 634 Fälle entfielen und auf Konfliktberatungen nach § 5/6 SchKG 226 Fälle. Insgesamt wurden 1.473 Beratungs-gespräche geführt. Hinzu kamen 285 Informationskontakte (z. B. Telefonate mit Behörden, Menschen des sozialen Umfeldes, anderen Beratungseinrichtungen und Pfarrgemeinden).

Großer Dank ...an den Arbeitskreis “Hilfe für Frauen“

Wie in den Vorjahren bedanken wir uns ganz herzlich bei Frau Gabriele Otten und ihrem Team für die gute Zusammenarbeit und ihre großartige ehrenamtliche Hilfe. Im Jahr 2016 konnten wir 80 Klientinnen einen Termin in ihrer Taborstube vermitteln. Die schöne Bilanz: 65 Schwangere erhielten eine Erstausstattung. 36 fanden einen Erstlingskinderwagen, sieben einen Geschwister- oder Zwillingswagen, 15 ein Bettchen oder Wiegen und 11 einen Maxi Cosi. Darüber hinaus konnte auch anderer Bedarf gedeckt werden an Badewannen, Flaschenwärmern, Wickelauflagen, Bauchtragen usw. Manche Klientinnen kamen auch zum wiederholten Mal, so dass zusätzlich 94 heranwachsende Säuglinge eingekleidet wurden. Zudem wurden 12 Buggys und fünf Autositze vergeben. Frau Otten schrieb uns: „Die Zusammenarbeit mit donum vitae empfinden wir immer wieder als besonders angenehm, Ihre Klientinnen sind am besten darüber informiert, was sie bei uns erwarten können und gehören durchweg auch zu den zuverlässigsten Kundinnen.“

Fr.BlumLiebe Mitglieder und Förderer von donum vitae Köln !

Wenn wir das menschliche Leben mit einer Seefahrt vergleichen, was oft geschieht, kommen uns nicht nur lustige Lieder in den Sinn. Fast zwangsläufig – durch aktuelle Katastrophen noch verstärkt – drängen sich auch Vorstellungen auf von stürmischen Meereswogen, die das Schiff bedrohlich ins Schwanken versetzen, und solche von der oft verzweifelten Suche nach einem sicheren Hafen. Hier ist Hilfe dringend erforderlich und ein Anker für sicheren Halt.

Bereits in der frühchristlichen Kunst galt der Anker als Symbol der Hoffnung. Später wurden mit den Symbolen Kreuz, Herz und Anker die Tugenden „Glaube, Liebe, Hoffnung“ verkörpert. In stürmischen Lebens- und Gefühlssituationen befinden sich fast alle Frauen und Paare, die zu uns in die Beratung kommen. Es ist keine leichte Aufgabe für unsere Beraterinnen, die jeweils ganz individuellen Notlagen zu analysieren, um die richtigen Hilfestellungen anbieten zu können. Umso mehr tut es ihnen gut, wenn sie das Gelingen ihrer Arbeit erleben dürfen.

Der „Ausgrenzungsbeschluss“ der Deutschen Bischofskonferenz von 2006

Dr.Eilers„Bei dem privaten Verein donum vitae handelt es sich um eine Vereinigung außerhalb der katholischen Kirche.

Personen, die im kirchlichen Dienst stehen, ist eine Mitwirkung bei donum vitae e.V. untersagt. Auch der Austausch von Personal ist nicht gestattet.

Der Ständige Rat ersucht die Gläubigen, die in kirchlichen Räten und Mitwirkungsgremien sowie den kirchlichen Verbänden und Organisationen Verantwortung übernehmen, auf eine leitende Mitarbeit in donum vitae e.V. zu verzichten.“

Das sind die Kernaussagen der „Klarstellung zum Rechtsstatus der Initiative donum vitae e.V. und ihrem Verhältnis zur Schwangerschaftsberatung der katholischen Kirche in Deutschland“ – so der etwas umständliche Titel des Textes, den die deutschen Bischöfe am 20. Juni 2006 veröffentlichten. Unmittelbar danach haben führende katholische Laien gegen diesen Beschluss, der von vielen Katholiken, insbesondere aber von Mitgliedern und Mitarbeiter/innen von donum vitae als diskriminierend empfunden wurde, protestiert und seine Aufhebung gefordert. Aber dieser Vorstoß blieb ohne Erfolg.

vorstand
AllFr.Huss u.BlumDank von der Vorsitzenden: Carola Blum überreicht der scheidenen Schatzmeisterin Ursula Huss einen prächtigen Blumenstrauße vier Jahre findet satzungsgemäß die Wahl der ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder statt. Am 8. Juni 2016 war es wieder einmal soweit. Die Mitgliederversammlung sprach sich einstimmig für eine weitere Amtszeit des geschäftsführenden Vorstands aus: Carola Blum als Vorsitzende sowie Marie-Theres Ley und Josef Winkelheide als stellvertretende Vorsitzende. Ebenfalls wurden wiedergewählt: Jean Christopher Burger, Renate Canisius, Ursula Hoffmann, Brigitte Klipper, Dr. Wolfram Landmann, Barbara Reimann und Dr. Klaus Zimmermann.

Fr blum

 Liebe Mitglieder und Förderer von donum vitae Köln !
Manche werden sich noch erinnern an eine Bezeichnung, die sich anscheinend aus unserem Sprachgebrauch verabschiedet hat. Über eine schwangere Frau sagte man: „Sie ist guter Hoffnung“. Diese Hoffnung drückte die Freude aus, ein Kind zu erwarten, verbunden mit dem Wunsch, es möge gesund zur Welt kommen.
Offenbar wurde die „gute Hoffnung“ aber nur verheirateten Frauen zugestanden, denn eine „uneheliche Mutter“ wie auch ihr „uneheliches Kind“ waren mit einem Stigma behaftet, was in der Regel mit erheblichen sozialen Nachteilen verbunden war. Eindrucksvoll hat Goethe in seinem „Faust“ ( Teil 1, 1808 ) in der Figur Gretchens die Situation einer solchen Mutter gezeigt, die in ihrer Verzweiflung ihr Kind ertränkte. Was im Drama die Menschen rührte, führte in der Realität noch lange nicht zu einem Umdenken, zumal wenn „Standesunterschiede“ eine Rolle spielten.

sternbergWir sprachen mit Herrn Prof. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)

  • Herr Prof. Sternberg nach Ihrer Wahl zum Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) haben Sie gefordert, dass das Engagement katholischer Christen in der Schwangerschaftskonfliktberatung bei donum vitae auch von den Bischöfen gewürdigt werden sollte.

Nach meiner Wahl habe ich einige Briefen erhalten, in denen gefordert wird, das Zentralkomitee solle sich doch mehr einsetzten für das ungeborene Leben. Dazu möchte ich in aller Klarheit sagen: Wenn sich irgendjemand in diesem Land konsequent für das ungeborene Leben eingesetzt hat, dann war es das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Das war über Jahre hinweg sogar das beherrschende Thema des Zentralkomitees.

Und dass dann die Katholiken bei einer gesetzlichen Regelung, die einzigartig ist in Europa, nämlich einer Pflicht zur Beratung vor der Abtreibung, einer Beratung, die dem Schutz des ungeborenen Lebens dienen muss, gesagt haben: da werden wir jetzt mithelfen, dass diese Beratung auch geschieht, - dann ist das ein Einsatz für das ungeborene Leben von hohem Grad. Es gehört zu den erschreckenden Erfahrungen, dass in der Folgezeit dieser Einsatz so verdreht wurde, dass in der Weltkirche der Eindruck entstehen konnte, das Zentralkomitee, die Laien in Deutschland, seien für Abtreibung. Nichts ist falscher.

Pfarrer MarreHin und wieder kommt es vor, dass eine Frau im Schwangerschaftskonflikt gerne mit einem Priester sprechen möchte. Pfarrer Marré stellte sich immer sofort zur Verfügung. Es kam zu einem Treffen, entweder in der Beratungsstelle oder auch bei ihm zuhause. Er war jedes Mal sehr betroffen über das große Leid, in dem die Frauen sich befanden und über ihre Gefühle der Ausweglosigkeit. Immer hatte er nur gute Worte für diese Frauen gefunden, was für ihre verwundeten Seelen eine Wohltat war. Sie fühlten sich durch die seelsorgerische Zuwendung in ihrer Not verstanden. Er hatte aber auch immer Zeit für Gespräche mit uns Beraterinnen. In diesen betonte er seinen großen Respekt vor unserer Arbeit, die für ihn ein wichtiger und unerlässlicher Dienst war, auch im Sinne unserer Kirche.

Claudia Kitte-Fall,

Beraterin

Pfarrer MarreAls er am 18. Juli 2015 im Alter von 85 Jahren starb, war das nicht überraschend. Für alle, die ihn kannten und schätzten, aber auch für ihn selbst nicht. Er hatte sich im Wissen um seine schwere Erkrankung schon lange vorher in ein Hospiz begeben. Bei meinen Besuchen äußerte er in beinahe heiterer Gelassenheit sein Erstaunen darüber, dass er noch lebte.

 Auch in dieser Zeit war er aber präsent geblieben mit der wunderbaren,selbstverständlichen Ausstrahlung seines liebevollen und liebenswürdigen Wesens. Und diese Präsenz endete auch nicht mit seinem Tod, wie es alle empfanden, die beim Trauergottesdienst am 24. Juli in der völlig überfüllten Sinnersdorfer Pfarrkirche an ihn dachten, später auf dem Friedhof und beim anschließenden Beisammensein. „Gottesmann und Menschenfreund“ heißt es über ihn in der Todesanzeige, und in dieser Ausgewogenheit des Werteverständnisses ist seine Persönlichkeit wohl sehr zutreffend charakterisiert.

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